Ein autarkes Expeditionsmobil stellt sich vor: unser Koffer

Den Traum vom unabhängigen Reisen erfüllt.

expeditionsmobil-koffer-gelände Der Traum vom unabhängigen Reisen

Wenn man sich einmal im Leben einen grossen Traum erfüllt, möchte man natürlich möglichst alles richtig machen und alle seine Visionen verwirklicht sehen.

Im Falle unseres zukünftigen Reisemobils war das nicht ganz einfach.

Denn es sollte strom- und wassertechnisch möglichst autark sein, dabei jedoch technisch ausgefeilt und wenig anfällig. Und genügend Platz bieten für zwei Personen plus Hund und ausreichend Gepäck für monatelange Reisen durch verschiedene Jahreszeiten. Vor allem auch extrem wintertauglich sein. Dennoch sehr wendig, robust und mit Vierradantrieb. Ein separates kleines Bad sowie eine Küche, die ihren Namen verdient, waren absolute „must haves“. Dabei aber trotzdem noch gut zu beherrschen und nicht zu riesig.

In einem Satz:

„So wenig Komplikationen wie möglich, soviel Technik wie nötig“.

Um sich auf Reisen wie zuhause zu fühlen. Und dabei möglichst wenig auf Camping- oder Stellplätze angewiesen zu sein.

Nach umfangreicher Recherche und viele Ausstellungen bzw, Messen später standen wir ihm endlich gegenüber, dem für uns optimalen Reisemobil:

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Unserem Allrad Expeditionsmobil auf Mercedes Atego Basis, kurz „Koffer“ genannt:

Der LKW selbst entspricht der Euro 5 Norm, hat eine 6-Gang Handschaltung, was wir bewusst so ausgesucht hatten, um anfällige Elektronik im Fahrzeug selbst zu vermeiden. Genauso wie die klassische Blattfederung, die wir einer Luftfederung aus dem gleichen Grund vorgezogen haben. Sollte man in abgelegenen Regionen eine Panne haben, ist die Chance auf Ersatzteile und  Reparatur von mechanischen Teilen deutlich höher als von komplizierter Elektronik.

Mit einer Länge von 6.80m, einer Breite  von 2.50m und der Höhe von 3.60m ist unser Koffer zwar bereits deutlich entfernt von den Standardmassen üblicher Wohnmobile. Vor allem was die Breite und die Höhe betrifft. Dafür ist der relativ kurze Radstand von nur 3.50m im Vergleich zu vielen grossen Wohnmobilen sehr viel wendiger, so dass man auch in Sackgassen oder auf engen Strassen sehr gut wenden kann. Und auch beim Einparken auf engen Plätzen ist das durchaus von Vorteil.

Der 4 x 4 Antrieb hat uns, genau wie der kurze Radstand, bisher schon aus mancher brenzligen Situation gerettet. Und uns sicher sowohl durch verschneite Alpenpässe als auch aus Sanddünen heraus geführt.

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Allradantrieb ist auf sandigen Pisten sehr praktisch.

Die ursprünglich am LKW montierte Stollen Natobereifung mit Sprengfelgen für extreme Offroad Geländegängigkeit tauschten wir inzwischen gegen normale Felgen mit Allwetterbereifung aus.Da wir zu selten wirklich Off Road unterwegs sind in Europa, wählten wir hier einen besseren Fahrkomfort, auch zugunsten geringerer Rollgeräusche.

Unser Mobil ist mit 8.5 t wahrlich kein Leichtgewicht, was uns allerdings in stürmischen Nächten auf offenem Gelände, an der Küste oder auf Pässen ein sehr sicheres Gefühl gibt. Nur bei der einen oder anderen Brücke muss man etwas genauer auf die zulässige Gewichtsangabe achten. Und der Fahrerin kommt es natürlich sehr entgegen, wenn es sowohl in Sachen Kochutensilien als auch Bekleidung und Schuhe keine Gewichtsbeschränkung gibt.

Da wir gerne mehrere Tage  autark in der Natur stehen, kamen uns die beiden Frischwassertanks mit insgesamt 500 ltr. Fasungsvermögen gerade recht. Diese Tanks, wie auch die Abwassertanks sind beheizt, so dass wir auch im Winter bei extremen Minusgraden unterwegs sein können (von gewissen Anfangsschwierigkeiten mal abgesehen).

Äusserst praktisch und sehr gut gelöst ist die Unterbringung der gesamten Bordtechnik in einem 35 cm tiefen, beheizten doppelten Boden zwischen Fahrgestell und Wohnkabinenaufbau. Bei notwendigen Servicearbeiten oder Reparaturen ist somit gut vom Inneren des Wohnaufbaus zugänglich.

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Bordtechnik im doppelten Boden

Der Wohnkabinenaufbau selbst ist Dreipunkt gelagert auf dem Fahrgestell, so dass das Fahrzeug insgesamt eine sehr gute, hohe Verwindung hat, und die Kabine bei Bodenwellen oder Unebenheiten gut mitschwingen und ausgleichen kann. Was die verbauten Materialien schont und besonders in unwegsamem Gelände sehr von Vorteil ist.

Die Innenraumhöhe der Wohnkabine liegt bei 1.95m.

Es sind 4 stabile Echtglas Fenster mit integrierten Insektenschutzgittern und Verdunklungsrollos eingebaut.

Im separaten Badezimmer befindet sich eine Dusche mit abgetrennter Duschwanne, einem Porzellan WC und einem Corian Waschtisch sowie einem kleinen Spiegelschrank.

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Die Küche besteht aus einem Zweiflammen Gasherd, einem Corian Waschbecken und einer Corian Arbeitsplatte sowie einem Kühlschrank. Zusätzlich selbst eingebaut haben wir einen leistungsstarken V-Zug Dampfabzug, eine zusätzlich aufklappbare Holz-Arbeitsfläche. Und der ursprüngliche Gasbackofen wurde  von uns wegen Leistungsschwäche gegen einen Elektrobackofen ausgetauscht.

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Eckbank, Tisch und Küche mit Blick zur Badezimmer- und Eingangstür.

Unser Querbett, die Kleiderschränke und diverse Stauschränke sowie eine dreiseitig umlaufende Eckbank mit aufklappbarem Tisch komplettiert unser mobiles Apartment. Nicht zu vergessen, der am Eingang zur gemütlichen Hundehütte umfunktionierte Unterschrank für Herrn Monet.

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Küche und Sitzplatz mit Blick auf die Schlafnische mit Querbett.

Die Batterieleistung von 800 Ampére, sowie eine leistungsstarke Dachsolaranlage mit 1’200 Watt tragen massgeblich zu unserer Unabhängigkeit auf Reisen bei.  

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Solarpanels auf dem Dach.

Zumal wir diverse Elektrogeräte an Bord haben wie z.B. einen Elektrobackofen und einen kleinen Kaffee-Vollautomaten.
Auch die zentrale Luftstrom Heizung sowie der Warmwasserboiler (20ltr.) funktionieren wahlweise elektrisch oder mit Diesel. Unsere Aussentreppe und der Hecklift werden ebenso elektrisch betrieben wie die Klimaanlage im Sommer. Deshalb war uns eine zuverlässige, unabhängige und möglichst nachhaltige Elektroversorgung wichtig. Bisher haben wir mit der, ebenfalls von uns nachgerüsteten, Solaranlage sehr gute Erfahrungen gemacht. Für absolut sonnenfinstere Notzeiten hätten wir auch noch einen zusätzlichen Honda Stromgenerator an Bord, den wir bisher jedoch noch nicht gebraucht haben.

Für die Bordunterhaltung sorgt zuweilen ein eingebautes Radio mit CD Funktion. Einen Fernseher haben wir bewusst nicht an Bord, weil wir lieber aus unseren Koffer-Fenstern in die Ferne sehen oder vor dem Mobil in der Natur sitzend. Dafür gibt es jede Menge Bücher im Koffer, das Wichtigste darunter natürlich unser handgeschriebenes Reisetagebuch. Das die Basis bildet für unsere vielen schönen Reisegeschichten, die ebenfalls hier auf dem Blog nachzulesen und mitzuerleben sind.

Interessierten Lesern, anderen Wohnmobil Reisenden. Oder allen, die sich selbst mit dem Gedanken tragen oder von einem Expeditionsmobil träumen, geben wir gerne auf Anfrage weitere Auskunft. Zumal Robert als Architekt, Bordtechniker und inzwischen erfahrener Reisender bereits bei der Planung und dem Ausbau einiger anderer Expeditionsmobile beratend und praktisch tätig war. Und unser Expeditionsmobil mittlerweile umfangreich selbst optimiert hat.

Wir freuen uns auf Anregungen, Anekdoten und den regen Austausch mit Dir. Schreib uns gerne Deinen Kommentar direkt unter den Beitrag oder eine E-Mail unter „Kontakt“.

nurMut…für jeden Reisenden gibt es den passenden Koffer. Petra & Robert

1 Kommentar zu Ein autarkes Expeditionsmobil stellt sich vor: unser Koffer

  1. Beate Piehler // 06/08/2016 um 11:06 // Antworten

    Ein tolles Mobil!
    Ich kann nur sagen: Ich bin begeistert! Und vor allem das Bad mit Toilette, echt super! Alles minimalistisch, aber vollkommen ausreichend!
    Herzlich grüßt Beate

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