München-Venedig zu Fuss mit Hund

Ein Hund, sein Rudel und drei Rucksäcke

Ein verrückter Vorschlag.

»Lass uns gemeinsam von München nach Venedig wandern!«

Diesen Vorschlag unterbreitete mir mein Mann Anfang des letzten Jahres mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
»G’spunne«, dachte ich sofort. Total verrückte Idee. »Wie kommst du denn auf so was?«

Robert hielt die Verbindung meines früheren, langjährigen Wohnortes München mit der Region Venetien, aus der seine Mutter stammte, für eine gelungene Kombination unserer beider »Herkunftsorte«. Und den Fussmarsch dorthin für das unvergessliche Event zu meinem 50. Geburtstag.

Ich hingegen hielt das Ganze für einen Scherz. »Wie, zu Fuss nach Venedig gehen? Und Herr Monet?«
»Der kommt mit«, antwortetet Robert mir kurz und bündig. Denn unser neunjähriger Mischlingshund hat uns in den letzten Jahren immer und überallhin begleitet.

Als zwei Tage später ein Wanderführer zur München-Venedig Route auf unserem Tisch lag, wusste ich, es handelt sich um einen Ernstfall. Ich begann meinerseits, sporadisch in diesem Büchlein zu blättern. Während mein lieber Mann Abende lang Internetseiten von Fernwanderern studierte, sich über alpine Wanderausrüstungen informierte und mir von Ludwig Grassler erzählte, der die klassische München-Venedig Tour in den 70er Jahren konzipiert hat.

Eher skeptisch liess ich mich dazu verleiten, ebenfalls einen Blick auf diverse Berichte dieser Wanderroute zu werfen und Filme anzusehen, die von erfolgreichen München-Venedig Wanderern gedreht worden sind.

»Steter Tropfen höhlt den Stein«, sodass auch ich langsam begann, eine gewisse Faszination zu spüren beim Betrachten der wunderschönen Bilder und beim visuellen Mitwandern.

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Geht das denn mit Hund?

Wir fanden allerdings nirgendwo hilfreiche Angaben bezüglich der Mitnahme von Hunden auf der Strecke. In diversen Foren gab es zwar alle möglichen Meinungen und Abhandlungen. Keine davon entsprach jedoch unserer Vorstellung von Hilfestellung zum Fernwandern und Übernachten mit Hund.

Also begann ich, selbst zu recherchieren. Und da auf vielen Webseiten von Hütten, Pensionen und Hotels keine expliziten oder nur schwammige Angaben zur Mitnahme von Hunden zu finden waren, fing ich an, mögliche Übernachtungsmöglichkeiten auf der Strecke per E-Mail anzufragen. Als meine ersten beiden E-Mails umgehend negativ beantwortet worden waren, nämlich: »keine Hunde erlaubt«, sah ich unser ganzes Projekt schon kippen.

Mein Mann gab jedoch nicht so schnell auf und plante kurzerhand die Route um, auf der die beiden Hütten lagen. Da wir sowieso einige Teilstücke der »Traumpfad-Route« hundegerecht umplanen mussten aufgrund zu schwieriger Kletterpassagen, kam es auf eine Etappe mehr oder weniger auch nicht mehr an.

Roberts Optimismus und mein Leitspruch »Es gibt nichts, was man nicht kann«, motivierten mich nach ein paar Tagen wieder, doch nochmals eine E-Mail Umfrage zu starten bei allen Unterkünften, die nun auf unserer angepassten Route lagen. Dieses Mal gab ich mir viel mehr Mühe, formulierte ab der Region Südtirol meine Anfrage zweisprachig (Deutsch und Italienisch) und stellte unseren Hund im Detail vor:

»Mittelgross (Schulterhöhe: 46cm), wohlerzogen, freundlich, verträglich und ruhig.«

So wie wir eben. Ich integrierte ein Foto von Monet mit seinem roten Rucksack, um das Eis hoffentlich auch bei den Gastwirten zum Schmelzen zu bringen.

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Und siehe da, plötzlich schienen alle eine Lösung für uns mit Hund parat zu haben. Ich bekam durchweg sehr freundliche und positive Antworten. Bis auf zwei Ausnahmen, die einfach strikt keine Hunde zuliessen, die wir aber mit anderen Unterkünften kompensieren konnten. Unsere Freude war riesig. Da machte es uns auch überhaupt nichts aus, dass manche Alpenhütten uns schrieben, wir müssten im Nebengebäude oder im Notlager übernachten mit Hund. Kein Problem, wenn man seinen Hund liebt. Wichtig ist, das Rudel bleibt zusammen.

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Planung und Vorbereitung ist die halbe Miete.

Wir planten minutiös die Strecke anhand einer eigenen Liste und der angepassten GPS Daten, ohne jedoch bereits alles vor zu reservieren. Denn die genauen Termine auf einer solchen langen Strecke festzulegen, erschien uns schwierig. Wussten wir doch noch gar nicht, wie gut wir tatsächlich vorankämen, wie das Wetter mitspielte, und ob wir die geplanten Tagesetappen zeitlich überhaupt schafften.

Mit der konkreten Planung, der parallel laufenden Ausrüstungszusammenstellung und unseren Trainings-Einheiten in den heimischen Gebirgen am Wochenende wuchs die Motivation und Vorstellungskraft in unseren Köpfen, dieses Abenteuer tatsächlich in Angriff nehmen und auch erfolgreich meistern zu können.

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Irgendwann stand dann auch ein möglicher Starttermin fest: Anfang Juli wollten wir los. Bis dahin sollten die höchsten Gipfel und Strecken bereits schneefrei und zugänglich sein. Aber wir wären noch früh genug dran, um die Hauptferienzeit und Hochsaison ab August nicht mehr mitzuerleben. Denn uns war klar, dass es vermutlich in der Hauptsaison noch schwieriger werden würde mit Hund.

Und dann war er da, der 02. Juli 2016. Wir starteten in der Früh mit drei gepackten Rucksäcken von unserem Heimatort in der Schweiz per Zug nach München. Von wo aus unser etwas längerer Gassigang mit Herrn Monet und unser unvergessliches Abenteuer quer über die Alpen begann…

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Ein Mona(e)t voller Glück.

Zurück kamen wir drei glücklich und unversehrt am 01. August 2016. Unseren Schutzengeln und guten Geistern auf allen Wegen äusserst dankbar, dass sie so gut auf uns aufgepasst und stets für das richtige Wetter gesorgt hatten.

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Dazwischen lagen über 500 km zu Fuss, über 20’000 Höhenmeter hinauf und 20’000 m wieder hinunter. Das Karwendel, die Zentralalpen, die Dolomiten, die Piave Ebene, die weltberühmte Lagunenstadt.
30 Tage voller Glück!

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Was jedoch wirklich alles dazwischen lag, an Abenteuern, wunderbaren Erfahrungen, phantastischen Ein- und Ausblicken, Landschaften, Pflanzen Tieren und vor allem interessanten Menschen, die uns begegneten. Welche unterschiedlichen Emotionen, skurrilen Begebenheiten, Gedanken und unwahrscheinlichen Glücksgefühle wir auf dieser ganz besonderen Reise erleben durften. All das würde den Rahmen eines Blog Artikels bei Weitem sprengen.

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Das Buch und der Film zur Fernwanderung.

Sodass wir beschlossen haben, all die Geschichten, Erlebnisse und die schönsten Bilder unserer München-Venedig Wanderung mit Hund in einem Buch und einem Film zusammenzufassen.
Und darüber hinaus unsere hundegerecht angepasste Route, inklusive der GPS Daten, Kartenausschnitte der Tagesetappen, Packliste mit Gewichtsangaben, Planungsinstrumente und Tipps und Tricks, interessierten Lesern des Buches zur Verfügung zu stellen.

Für alle, die vielleicht auch gern einmal im Rudel über die Alpen spazieren möchten.
Die genau wissen wollen, warum uns in diesem Falle »Scherben Glück gebracht haben«, wieso die Gliederscharte ihren Namen zu Recht trägt, und wo es auf der Route das beste Schnitzel gibt.

Oder die einfach in Gedanken mit uns mitwandern wollen, um zu erfahren, wie spannend und erholsam ein etwas längerer Spaziergang sein kann. Mit minimalem Gepäck und der Freiheit, jeden Tag und Ort einfach wieder hinter sich zu lassen. Um einem neuen, aufregenden entgegen zu gehen. Glück hat einen Namen…

»München-Venedig zu Fuss. Ein Hund, sein Rudel und drei Rucksäcke.«
von Petra Kochgruber

Direkt zur Leseprobe und zum Buch…

Oder in jedem online Buchshop sowie in jeder Buchhandlung bestellbar.

Besonders Neugierige können gern in unserem ausführlichen Film „live“ dabei sein…

»Nur wo Du zu Fuss warst, bist Du auch wirklich gewesen«, soll Johann Wolfgang von Goethe einst gesagt haben.

Nach dieser Reise können wir das voll und ganz unterschreiben.

nurMut…der Mensch (und Hund) ist zu mehr in der Lage, als er selbst für möglich hält. Es geht eben immer darum, es zu versuchen!

7 Kommentare zu München-Venedig zu Fuss mit Hund

  1. Liebe Petra
    Lieber Robert
    Und natürlich monsieur Monet

    Ich freue mich, euren Blog zufällig gefunden zu haben. Das Buch möchte ich unbedingt lesen. Es fasziniert mich immer wieder, wenn ich Reiseberichte wie euren lesen kann. Und wer weiss… Vielleicht werde ich meinen Traum auch einmal wahr machen können. Aiko würde sich sicher freuen;-)

  2. Wunderbare Beschreibung einer tollen Wanderreise. Vielen Dank dafür.
    Auf das Buch freue ich mich schon…
    Herzliche Grüsse Christine

    • Liebe Christine, danke für Dein nettes Lob und Dein Interesse am Buch. Ich bin schon eifrig am Schreiben. Erscheinungstermin wird hier auf dem Blog kommuniziert werden. Liebe Grüsse Petra

  3. Ganz, ganz toll! Wie schön, dass ihr eure Reise mit uns teilt.
    Aus ganzem Herzen,
    Michaela

    • Liebe Michaela, danke für Deine lieben Worte. Wir bleiben sicherlich in Kontakt, denn ich mag Deinen aus-ganzem-herzen.de-Blog sehr. Weil er mir vielfach auch aus ganzem Herzen spricht.

  4. Beate Piehler // 13/08/2016 um 10:41 // Antworten

    Liebe Petra,
    da ich ja auch unterwegs war, kann ich deine „Schwärmerei“ nur zu gut verstehen! Ich habe die erste Arbeitswoche hinter mir und alles ist schon wieder sooooo weit weg 🙁 Gerne würde ich sofort die Wanderschuhe schnüren und mir einen neuen Fernwanderweg aussuchen, um los zu marschieren. Ihr seid jetzt auch mit dem Virus infiziert, du wirst sehen…. Wer einmal so lange zu Fuß unterwegs war und es genossen hat, der tut es wieder!
    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende mit lieben Grüßen an die anderen beiden des Rudels!
    Beate

  5. Liebe Petra,
    Respekt!
    Welch eine Reise.
    Bei dem Film habe ich eine Gänsehaut-Schauer nach dem anderen bekommen.
    Wunderschöne Bilde und Eindrücke.
    Ein glücklicher Herr Monet, eine Petra weit ab vom Business-Live aus der ich sie kenne.
    Das hätte ich nie für möglich gehalten.
    Chapeau!
    Ich bin begeistert und gespannt auf das Buch.

    Alles Liebe, Rita

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