Von Sportwagen und Schlümpfen

Am Ziel eines Kindheitstraums.

You can get any color – as long as it’s 911.

Im Schwitzkasten

Da sass ich nun, im Juni bei gefühlten 40°C im Schatten, in den heiligen Hallen des zentralen Marketings meiner Traumfirma, der Porsche AG. Ehrfürchtig, nervös, dennoch gut vorbereitet auf das Vorstellungsgespräch, wie man das eben so macht.

Und da fragt mich der Marketing Chef doch glatt: „Und wo wollen Sie in 10 Jahren sein?“

Auf alle Fragen hatte ich mich vorbereitet, aber auf diese nicht…Alles was mir in der Kürze der Zeit einfiel, war „Auf ihrem Stuhl“! Die beiden Herren, die mir gegenüber sassen, waren mindestens so platt wie ich über diese Antwort. Vermutlich jedoch aus anderen Gründen. Ich dachte: „Das war’s dann wohl!“

„Was braucht man, um erfolgreich zu sein? – Unwissenheit und Selbstvertrauen“.
(Mark Twain)

Was die Beiden dachten, bleibt bis heute ihr Geheimnis. So schlimm kann es jedoch nicht gewesen sein, jedenfalls nicht für mich, denn ich bekam den Job.

Am Ziel des Kindheitstraums

Und nicht nur den. Als mich mein zukünftiger Chef ein paar Wochen später anrief, um mich nach meinem gewünschten Firmen Fahrzeug zu fragen, dauerte es etliche Minuten, bis ich realisierte, dass er sich eigentlich nur  nach dem Farbwunsch für meinen neuen Sportwagen erkundigen wollte.

Henry Ford sagte einmal über sein berühmtes Model T „You can get any colour, that you want – as long as it’s black.“ Und hier stellte sich mir nun die Frage: „Du kannst ihn in allen Farben haben – solange es nur ein 911er ist“.

Das war selbst für mich zuviel…mit nicht mal 30, endlich den alten Kindheitstraum erfüllen „Porsche fahren“! Da ist die Farbe doch ganz egal, oder?

War es nun der sehnlichste Kindheitswunsch, der mich in die richtige Richtung trieb, oder der Glaubenssatz meines Vaters, mein Fleiss, der Ehrgeiz, meine freche Klappe, Zufall und Glück, das Gesetz der Anziehung oder von allem ein bisschen? Keine Ahnung…

Der Schlumpf

Am Ende bekam ich ein nagelneues hellblaues 911 Coupé, liebevoll mein „Schlumpf“ genannt. Denn er hatte genau die blaue Farbe dieser kleinen sympathische Wichte. Im ersten Moment meinte ich damals zwar, das sei eine eher unseriöse Farbe für ein so edles Auto. Und es sollten ihm über die Jahre noch einige folgen in klassischen Lackierungen…aber es ist wie mit der ersten grossen Liebe: „der Erste war für mich immer der Schönste!“

6 Kommentare zu Von Sportwagen und Schlümpfen

  1. Kreitmayr Kurt // 10/11/2015 um 17:03 // Antworten

    Hallo NurMut-Petra.
    Ich beneide und bewundere solche Menschen, da ich auf der anderen Seite des Selbstvertrauens stehe. Aber es wird langsam besser. Es ist nie zu spät zum lernen. Ich wünsche dir auch weiterhin alles Gute und danke dir für das Mut-geben.

    • Hallo Kurt, ich danke Dir für Deinen Kommentar. Das ist so eine Sache mit dem Selbstvertrauen…ich glaube, jeder muss es erst lernen. Und sein Vertrauen zu sich selbst „durch viele Erfahrungen hart erkämpfen“…der Rest ist eher „Spiel das Spiel“…und versuche einfach immer ein bisschen besser „zu pokern“ als die andern ;-). In diesem Sinne Dir auch alles Gute und nurMut

  2. … mag es denn sein dass Dir seit dieser Zeit eine gewisse „Schlumpffarbenaffinität“ unterstellt werden kann?
    Der Hintergrund hier passend zum T-Shirt deines Bildes findest sich (fast) im Schlumpfblau wieder… alles sehr stimmig!
    LG Petra

    Nette Geschichte! Die Tochter unseres Freundes hat im Übrigen beim Vorstellungsgespräch um einen Ausbildungsplatz bei einem BMW Händler exakt die gleiche Antwort auf diese Frage abgeliefert. Sie ist dort jetzt im zweiten Ausbildungsjahr!

    • …Du hast mich ertappt, liebe Petra. Ja, „Schlumpf“ ist meine Lieblingsfarbe seither. (Als Kind habe ich die auch gesammelt..aber das ist eine andere Geschichte). Das freut mich, dass das „Bewerbungsfragen-Antwortkonzept“ auch bei BMW funktioniert! Was mal wieder beweist…Automobiler ticken alle ähnlich…und Frechheit (oder gesundes Selbstvertrauen) siegt manchmal halt doch! Auf die Frauen, die sich was trauen…und schöne Grüße an das Mädel und „meinen Respekt“! LG aus der Schweiz.

  3. Diese Antwort beim Bewerbungsgepräch merk‘ ich mir: Auf Ihren Stuhl – Barfuss oder Lackschuh!
    Kompliment an die Herren – manch einer hätte sich auf den Schlips getreten gefühlt… Keine Angst vor
    mutigen Frauen – so soll es sein!!! Danke für die Weiterbildung an die Redaktion -:)

    • Liebe L. aus S., danke für Deinen Kommentar. Ich kann allerdings nicht garantieren, dass diese Antwort immer zum gewünschten Ziel führen wird 😉 Also ohne Gewähr. Aber ein bisschen mehr Mut „in der Männerwelt“ kann nie schaden. Liebe Grüsse Petra

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