Wohnen auf 12m2 mit Hund – Belastungsprobe oder Paartherapie?

Was ist das Geheimnis?

»Wohnen auf 12 m2 mit Hund?«

»Geht Ihr Euch auf so engem Raum nicht auf die Nerven, wenn Ihr so lang unterwegs seid?«

»Wie schafft Ihr es, monatelang harmonisch in Eurem Reisemobil zu leben ohne Streit?«

»Langweilt Ihr Euch nicht ohne Fernseher an Bord?«

Fragen, die  wir jedes Mal wieder von Freunden und Bekannten zu hören bekommen, wenn wir eine längere Reise mit unserem autarken Reisemobil planen.

Weil das Thema »Wohnen und Arbeiten auf engstem Raum« in Zeiten der Corona Pandemie in aller Munde ist und medial kontrovers diskutiert wird, hier nun unsere Erfahrungen zu dem Thema. Und möglicherweise auch eine kleine Entscheidungsbasis für alle, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, künftig in einem Expeditions- oder Wohnmobil zu verreisen und zu leben.

»Verreise niemals mit jemandem, den Du nicht liebst.«

Bereits Ernest Hemingway hatte grundsätzlich erkannt, worum es geht, wenn Reisen ein unvergesslich schönes Erlebnis werden soll. Dieser Spruch gilt natürlich für alle Arten von Reisen, aber für das Leben im Reisemobil ganz besonders. Wer auf engstem Raum über Monate nicht nur überleben möchte, sondern auch noch eine schöne, möglichst harmonische Zeit verbringen, sollte sich tatsächlich lieben oder sehr mögen.

Und damit ist nicht das romantische »Schmetterlinge im Bauch Gefühl« gemeint, dass es uns mit Zwanzig herrlich einfach erscheinen liess, in einem spartanisch eingerichteten, gebrauchten VW Bulli in die Ferien zu fahren und an einem einsamen Strand frisch verliebt den Sonnenuntergang zu bewundern.

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Strand mit Bulli war gestern.

Weil man sich einfach selbst genügte, und sowieso alles spannend und neu war. Im Zweifel auch der jeweilige Reisepartner im nächsten Sommer…

Wer jedoch in ein autarkes Reisemobil investiert, um monate- oder jahrelang auf wenigen Quadratmetern damit herumzureisen, möchte ganz sicher nicht jedes Jahr den Reispartner wechseln und braucht deshalb tatsächlich eine besondere Beziehung, um sich nicht gegenseitig »an die Gurgel zu gehen«.

Tatsächlich könnte man auch sagen, dass »Wohnen und Leben« auf engstem Raum der perfekte Belastungstest für jede Beziehung ist. Oder positiv gesehen, ein gutes Training.

Denn natürlich ist man auf 12m2 viel mehr mit seinem (Reise-) Partner konfrontiert als zuhause. Zumal man zuhause meist nicht den ganzen Tag gemeinsam im Wohnraum verbringt, sondern extern zur Arbeit geht oder getrennt voneinander anderweitig unterwegs ist. Zu Corona Zeiten eben auch vielfach nicht mehr, was selbst in grösseren Wohnungen oder Häusern zum Belastungstest für manche Beziehung wird, wie man hört oder liest.

Da wir seit Jahren gemeinsam zuhause arbeiten, konnten wir schon vor Corona und auch vor unseren gemeinsamen Reisen mit dem Mobil »üben«, weshalb uns vermutlich die Eingangsfragen immer ein wenig schräg erscheinen. Denn wir gehen uns auch zuhause meist nicht auf die Nerven. Wieso sollten wir es also unterwegs auf Reisen tun?

Was aber ist das Geheimnis?

Klar verteilte Kompetenzen, eine gewisse Ordnung und gutes Teamwork.

Wie zuhause so auch bei der Vorbereitung unserer Reisen. Jeder hat seine klar definierten Aufgaben und Kompetenzfelder entsprechend seiner Interessen und Fähigkeiten. Mein Mann sorgt als »technischer Leiter« dafür, dass das Fahrzeug und die Technik im Aufbau in einwandfreiem Zustand sind. Während ich für alle Themen rund um’s Wohnen, Essen und Leben in unserem mobilen Heim sorge, sowie für alles Administrative.

Die Reiseplanung machen wir meist gemeinsam, sofern wir uns nicht sowieso spontan »treiben« lassen und nur die grobe Richtung bestimmen.

Hund Monet hat im Vorfeld einzig dafür zu sorgen, dass er seine Lieblings Reise-Ente nicht zu Hause vergisst. Denn das wäre der Supergau für unseren Wau-wau!

Auf Reisen ist bei den alltäglichen Aufgaben ebenfalls ganz klar, wer für was zuständig ist. Jeder macht das, was er am besten kann.

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Um ein Scheinwerferlämpchen zu wechseln muss man(n) schon mal den LKW auf den Kopf stellen.

Für alles Technische oder falls unterwegs etwas zu reparieren ist, kommt der Bordmechaniker zum Einsatz. Wobei ich jedes Mal interessiert zuschaue, assistiere und versuche zu verstehen, was er da gerade macht, wie und warum. Denn man weiss ja nie…

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»Home office« mal anders.

Dafür bin ich als Sprachtalent in fremden Ländern für die Kommunikation und die Einkäufe zuständig. Ebenso wie für unser Office und das Budget auf Reisen.

Herr Monet-Hund-stoffente

Unser Hund ist vor allem »schön« auf Reisen (mit Ente!).

Jedes Ding hat seinen Platz in unseren 12 Quadratmetern und in den diversen Staufächern des Reisemobils. Wenn man mit derart reduzierter Wohnfläche und dem nötigsten Equipment entspannt auskommen möchte, ist eine gewisse Ordnung unerlässlich, damit nicht allein schon die Suche nach Diesem oder Jenem zum Streitpunkt wird.

Nicht nur im Wohnmobil, auch bei Weltreise-Fährrädern ist Ordnung das A und O, wie man sieht.

Über die Jahre haben wir die Schränke, Schubladen und Staufächer unseres Koffers optimiert und klar definiert, was wo zu verstauen ist. Eine Ordnung, die auch das Beladen und Packen des Reisemobils vor Beginn einer Reise enorm erleichtert. Sogar unser Hund Monet hat in der Wohnkabine einen »eigenen Schrank«, in dem er mit seiner Stoffente gemütlich wohnt und nicht im Weg liegt. Für die Fahrt gibt es im Cockpit selbstverständlich eine bequeme Reise-Kiste für Monet plus »Duck«, in der er gut gesichert ist.

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Eine umfassende Reise Bibliothek ist unentbehrlich. Man weiss ja nie, wohin einem der Weg führen wird…

LKW fahren können wir Beide, was auf langen Strecken angenehm ist und in fremden Gefilden zusätzliche Sicherheit gibt, falls einer von uns einmal ausfallen sollte.

240 PS mal anders…

Geputzt und gekocht wird gemeinsam oder abwechselnd. Und die Gassigänge oder Wanderungen mit Herrn Monet unternehmen wir meist auch »im Rudel«.

Einsames, meditatives Strandpilgern – nur Monet ist immer dabei.

Ansonsten sind die Spaziergänge eine gute Möglichkeit für kleine, eigene Auszeiten, die es bei aller Gemeinsamkeit und Teamwork natürlich auch geben muss, um mal alleine seinen Gedanken nachhängen zu können.

Gute Kommunikation und genügend (Ruhe-) Zeit sorgen für Harmonie auf engem Raum.

In den Ferien oder der selbstgewählten Auszeit ausruhen vom Ausruhen?
Klingt absurd, ist aber unseres Erachtens eines der grossen Geheimnisse, wenn man lange Zeit auf engstem Raum reist. Denn genau wie zuhause in Job und Alltag prasseln auch unterwegs jede Menge Impressionen und Informationen täglich auf uns ein. Ich möchte fast behaupten, noch mehr als zuhause, denn jede Wegstrecke, jeder Tag und Ort ist wieder neu, aufregend und spannend. Diese Impressionen und Emotionen wollen verarbeitet werden und müssen irgendwohin. Wir haben es uns deshalb zur lieben Gewohnheit gemacht, am frühen Abend z.B. beim Apéro, Abendessen oder morgens bei einem gemütlichen Frühstückskaffee ausgiebig über unsere Erlebnisse zu plaudern, unsere Eindrücke auszutauschen und zu reflektieren. Das heisst, wir reden auch auf Reisen viel miteinander.

Zeit für mich beim Schreiben…

Da ich viele Dinge besonders gut verarbeiten kann, wenn ich sie aufschreibe. Und weil ich es liebe, besondere Erlebnisse, Begegnungen und Emotionen mit Worten in Kopf und Herz zu verewigen, führe ich täglich ein Reisetagebuch. Und zwar analog statt digital, ganz altmodisch von Hand. Denn das entschleunigt ungemein und trainiert die Hirnzellen, weil man erst denken muss, bevor man schreibt…ganz ohne »Delete-Taste«.

Wenn uns die Erlebnisse zwischendurch derart beeindrucken oder auch mal zu viel werden, bauen wir spontan grössere Regenerationszeiten ein. Sogenannte »Ruhetage«, an denen wir einfach an einem Ort bleiben und dort mal nichts tun.

Manchmal ist es schön nichts zu tun, und vom Nichtstun auszuruh’n.

Oder nicht so viel, damit uns unsere Seelen wieder einholen und wir unsere innere Mitte wieder finden können. Denn nichts kann den Menschen auch auf Reisen mehr stressen als wilder Aktionismus. Von einem Hotspot zum anderen zu rasen, Sport zu treiben bis der Arzt kommt oder sich ständig mit vielen anderen Menschen zu umgeben. Wir nennen das sozialen Dichtestress, den es auf langen Reisen zu vermeiden gilt.

Obwohl auch wir es wichtig und schön finden, sich unterwegs immer mal wieder mit anderen Menschen auszutauschen, die uns sympathisch sind, und zu denen man schnell einen kommunikativen Draht findet.

Spannende Begegnungen mit ungewöhnlich Reisenden sind das Salz in der Suppe.

Das können andere interessante Reisende sein oder kommunikative Einheimische. Wir suchen diese Kontakte jedoch nicht zwanghaft, sondern sie finden uns meist und ergeben sich spontan. Frei nach dem Motto: »Nichts muss, aber jede positive Inspiration und jedes Lächeln ist willkommen.«

Sowohl bei diesen Sozialkontakten wie auch bei allen anderen Dinge, die wir auf Reisen tun, versuchen wir, uns die nötige Zeit zu nehmen, die es braucht. Und uns jeweils nur auf diese Menschen oder dieses eine Thema zu konzentrieren. Neudeutsch nennt man das wohl »Achtsamkeit«.
Deshalb reisen wir so autark, ohne festen Zeitplan und meist auch ohne fixierte Route. So bleiben wir flexibel bei den Tagesetappen, die wir mit dem Reisemobil fahren. Manchmal haben wir einfach keine Lust, Hunderte von Kilometern auf Strassen nur dahin zu donnern. Dann bleiben wir eben, wo wir sind. Oder bewegen uns nur ein paar wenige Kilometer zum nächsten schönen Platz, den wir spontan finden. So vermeiden wir Fahrstress, den bestimmt jeder von uns kennt, sei es von früheren Familienurlaubsfahrten oder von hektischen Businessreisen, bei denen man das Ziel meist auf den letzten Drücker erreichen muss. Auch hier sind Entschleunigung und genügend Zeit das Geheimnis entspannten Zusammenseins.

Sollte dennoch einmal Stress aufkommen, was natürlich auch bei uns ab und zu aus diversen Gründen passieren kann, suchen wir uns einen schönen Platz, spazieren erst einmal eine Runde mit Herrn Monet durch die Umgebung und atmen tief ein und aus.

Danach kochen wir uns meist etwas Feines in unserer Bordkombüse, ein kühles Bier oder ein Glas Wein, ein  schön gedeckter Tisch, leise Musik, und ein wie auch immer »blöder Tag« findet einen schönen Abschluss.
In ganz harten Fällen haben wir als eiserne Regel für uns definiert, dass egal was passiert, wir immer erst einmal eine Nacht darüber schlafen werden, und das Ganze am nächsten Tag nochmals mit Abstand betrachten. Und klären.

Last not least möchte ich die eingangs so häufig gestellte Frage nach dem fehlenden TV in unserem Reisemobil beantworten. Für manche Menschen mag der Fernseher das einzige Mittel sein, um persönlichen Konflikten und Streit aus dem Weg zu gehen, weil er ablenkt und unterhält ohne eigenes Dazutun.
Wir haben vor vielen Jahren festgestellt, dass der Fernseher auch zuhause für uns eher einen zusätzlichen Stressfaktor darstellt als Entspannung. Denn über die Flimmerkiste erreichen uns noch mehr (unnütze) Informationen, Eindrücke und Emotionen, die von unseren Hirnen verarbeitet werden müssen. »Das Leben der anderen« blockiert so unsere eigene Lebens- und Denkzeit, in der wir doch speziell auf Reisen selbst so viele persönlich interessante, spannende Dinge erleben und durchdenken können. Deshalb haben wir von Anfang an das TV Gerät aus unserem Reisemobil und seit vielen Jahren auch aus unserer Wohnung verbannt, was neben enormen Zeit- auch einen Platzgewinn bringt.
Was wir stattdessen abends so machen auf Reisen? – Plaudern, schreiben, denken, lesen, Impressionen reflektieren. Und für den gesunden, ruhigen Schlaf stets einen ausgiebigen Abendspaziergang unternehmen, um unsere Systeme entspannt »runterzufahren« und den Tag in schöner Umgebung und Natur ausklingen zu lassen. Übrigens auch zuhause eine gute Alternative zu medialem »Mord & Totschlag«, um Ruhe und Entspannung zu finden für einen tiefen Schlaf.

Sonnenuntergang und sanfter Wellenschlag statt »Mord & Totschlag«.

So viel Toleranz wie möglich, so wenig persönliche Einschränkungen wie nötig.

Trotz aller Harmonie ist es beim Leben auf kleinstem Raum natürlich wichtig, dass jeder auch mal sein eigenes Ding macht, seinen persönlichen Interessen nachgeht, und man den anderen einfach mal sein lässt.

Sei es, dass ich in Ruhe schreiben oder meine Fotos bearbeiten möchte, während Robert zeichnet, fotografiert oder seine Fotos bearbeitet.

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Der Fotograf  in Aktion.

Oder sei es, dass einer lesen möchte und der andere lieber aktiv ist, wandert, schwimmt oder einfach mal nichts tut und in der Sonne sitzt.

Freiluft Malen in der Natur.

Man muss nicht alles gemeinsam machen. Und jeder braucht auch unterwegs unbedingt eigene Interessen und Hobbies, in die man sich völlig vertiefen kann ohne den Partner. Schön ist es natürlich, wenn man sich ab und zu austauschen kann, weil man sich für die Themen des anderen ebenfalls interessiert. 

Aber wenn ich zum Beispiel meine Lieblingsmusik höre und gut gelaunt mitsinge, muss Robert das nicht schön finden. Und weil das so ist, gehe ich dann lieber mit Ohrstöpseln bewaffnet alleine mit Monet in die Berge oder an den Strand.

In diesem Fall ein grosser Vorteil, dass unser Hund inzwischen leider etwas schwerhörig ist. Und darüberhinaus seinem Frauchen treu ergeben und äusserst tolerant.

Ich möchte dafür nicht unbedingt jedes Detail wissen, das in einer Gebrauchsanweisung für was auch immer steht. Und muss zum Beispiel auch nicht über die neuesten technischen Errungenschaften im Wohnmobilbau informiert werden.

Bei aller Eigenständigkeit und persönlicher Freiheit ist gegenseitige Toleranz und ein wenig Geduld unverzichtbar.
Wenn ich als »Chaot vom Dienst« mal wieder meine Schuhe nicht in den Schrank geräumt habe oder ungeduldig von einem Bein aufs andere hüpfe, bewundere ich die stoische Gelassenheit und Geduld meines Mannes, der meine Marotten einfach kennt. Und meist akzeptiert.

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»Wenn Petra es mal wieder »noodlig hed…«.

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»So geht Schweizer Ordnung«.

Falls er dennoch einmal nicht ganz so gelassen reagiert, habe ich gelernt, mit der Kritik umzugehen, ohne gleich eingeschnappt zu sein. Umgekehrt gibt es natürlich auch Dinge, die mich auf die Palme bringen. Aber oft ist Schweigen oder Rückzug in solchen Situationen die bessere Strategie. Denn Stunden später kann man meist gelassen schmunzeln über das, was einem zuvor noch rasend gemacht hätte.

Wer also bereits zuhause über schief zugeschraubte Zahnpasta Tuben, herumliegende Socken oder Trödeleien in Streit gerät, dem würden wir dringend abraten vom Wohnen und Reisen auf engstem Raum. Denn dort werden solche Probleme ganz sicher nicht besser.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Im Gegensatz zum altbekannten Spruch: »Gegensätze ziehen sich an«, sollten sich aus unserer Erfahrung beim Wohnen und Reisen auf engstem Raum eher Gleichgesinnte finden. Denn die unbestritten prickelnde Spannung zwei völlig gegensätzlicher Menschen kann auf engstem Raum sehr schnell einen Kurzschluss verursachen. Und wer kann schon in seinem Reisemobil einen Kabel- oder Flächenbrand gebrauchen?

So werden sich vermutlich Frühaufsteher und Langschläfer ebenso schwer tun miteinander wie eher introvertierte, stille Typen mit aktiven Kommunikationsjunkies. Aber das ist ja eigentlich das Einmaleins jeder Beziehungspsychologie, oder?

Dennoch haben wir es schon sehr oft erlebt, dass gerade das »aufregende, spannende« Unterwegssein mit einem Reisemobil vielfach die Paartherapie ersetzen soll, und hohe Erwartungen in diese aussergewöhnliche, unkonventionelle Art des Reisens gesetzt werden. 

Nicht selten hört man dann:

»Endlich sind wir dann frei!«

»Raus aus unserem langweiligen Leben, rein ins Abenteuer!«

»Dann haben wir Zeit für uns und unsere Beziehung.« 

Es werden oft viele Erwartungen in ein Reisemobil gesetzt.

»Wenn wir erst einmal unterwegs sein werden und dem Alltag den Rücken kehren, dann wird alles besser und gut.«

Aus eigener, langjähriger Reiseerfahrung können wir nur sagen, zu hohe Erwartungen sind der Tod jedes Abenteuers und können nur enttäuscht werden. Denn nicht das Reisemobil oder das fremde Land sorgen per se für die Erlebnisse, Emotionen und Glücksgefühle, die man als Reisender hat. Dafür ist letztendlich jeder persönlich verantwortlich. Manch einer kann sich im spannendsten, exotischsten Land total langweilen oder unglücklich sein, während ein anderer bereits in den Alpen das erfüllende Glück oder Abenteuer seines Lebens findet. 

Dem Alltag und der Enge zuhause entflieht man mit dem Reisemobil in gewisser Weise schon, weil sich der Vorgarten und die Umgebung fast täglich ändern, man nicht die immer selben Menschen trifft wie zuhause, und stets neue Impressionen auf einem warten. Jedoch stellt sich speziell beim langen Reisen auch wieder eine gewisse Art von Alltag ein. Denn man muss sein Leben organisieren wie daheim. Anders als beim »All-inclusive-Hotel-Urlaub« ist man unterwegs beschäftigt mit so alltäglichen Dingen wie waschen, putzen, kochen, einkaufen. Und der täglich neuen Entscheidung, wohin der Weg nun führen soll, und womit man seinen Tag ausfüllen wird.

Auch Krisenmanagement ist im einen oder anderen Falle gefragt, weil ganz sicher nicht immer alles rund läuft. Sei es, dass man eine Panne hat, man im Ausland einen Arzt benötigt oder dass man sich verfährt und im Moment nicht mehr weiter weiss, weil das Navi auch grad streikt.

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In solchen Situationen beweist sich dann umso mehr, ob man mit jemandem auf Reisen ist, den man liebt. Mit dem man sprichwörtlich durch »dick und dünn« gehen kann. Und dem man nicht schon aufgrund der begrenzten Wohnfläche am liebsten »an die Gurgel gehen würde«.

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Leben im Reisemobil ist nichts für »Schönwetter-Beziehungen«.

Egal, wohin und wie man verreist, man nimmt sich selbst immer mit…und seine persönlichen Themen eben auch. Deshalb ist es aus unserer Sicht und Erfahrung eigentlich ganz egal, ob man auf 300 Quadratmetern miteinander lebt oder auf 12. Denn Wohnfläche wird diesbezüglich generell völlig überbewertet…oder wie siehst Du das?

nurMut – Platz ist in der kleinsten Hütte, wenn man sich gut versteht.

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